Die Lohnsteuerklasse

Die Lohnsteuerklasse ist dafür da, dass Lohnsteuerabzüge von einem einkommenssteuerpflichtigen Arbeitnehmer durchgeführt werden können. In Deutschland gibt es insgesamt sechs verschiedene Lohnsteuerklassen. Die Lohnsteuerklasse richtet sich nach den persönlichen Verhältnissen von den Arbeitnehmern.

Nach der Lohnsteuerklasse richtet sich die Höhe der abzuführenden Steuern

Nach der Lohnsteuerklasse richtet sich die Höhe der abzuführenden Steuern

Die Lohnsteuerklasse wird immer auf der jeweiligen Lohnsteuerkarte von dem Arbeitnehmer eingetragen und bestimmt die Höhe von den Lohnsteuerabzügen.

Jeder Arbeitnehmer wird in eine Lohnsteuerklasse eingeteilt, sobald er berufstätig ist. Die Lohnsteuerklasse kann sich gegebenenfalls mit den Jahren ändern, wenn sich etwas an den persönlichen Verhältnissen ändert.

Wer in welche Steuerklasse eingeordnet wird, bestimmt das Einkommenssteuergesetz.

Die verschiedenen Lohnsteuerklassen auf einem Blick!

Steuerklasse 1:

  • Wer ledig ist.
  • Wer verheiratet ist, aber einen im Ausland lebenden Ehegatten hat.
  • Wer dauernd getrennt lebt.
  • Wer in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft ist.
  • Wer verwitwet ist.
  • Wer geschieden ist.
  • Wer die Vorrausetzungen von Steuerklasse 3 und 4 nicht erfüllen kann.

Steuerklasse 2:

  • Wer mit mind. 1 Kind alleinerziehend ist, jedoch kein anderer Erwachsener an dem Wohnsitz gemeldet ist.
  • Wer verwitwet ist und mindestens 1 Kind hat.

Steuerklasse 3:

  • Wer nicht dauernd getrennt lebt.
  • Wenn der Partner von dem Arbeitnehmer kein Arbeitslohn erhält.
  • Wenn der Ehegatte auf Antrag von beiden Eheleuten in die Steuerklasse 5 eingereiht ist.
  • Wenn sich der Partner selbstständig gemacht hat.

Steuerklasse 4:

  • Wenn beide Lebenspartner unbeschränkt lohnsteuerpflichtig sind.
  • Nicht dauernd getrennt leben.
  • Der Ehepartner von dem Arbeitnehmer auch Arbeitslohn erhält.
  • Das gilt nicht, wenn für den Partner eine Lohnsteuerkarte mit der Steuerklasse 5 ausgeschrieben wurde.

Steuerklasse 5:

  • Bei verheirateten Arbeitern kann auf Antrag für einen Ehegatten eine Lohnsteuerkarte mit der Steuerklasse 5 ausgestellt werden, der Ehepartner wechselt dann in die Steuerklasse 3.

Steuerklasse 6:

  • Hier ist die Steuerbelastung viel höher als in den anderen Steuerklassen, weil davon ausgegangen wird, dass die Einkünfte von dem ersten Beschäftigungsverhältnis unbekannt sind. In der Steuerklasse hat man die meisten Abgaben.
  • Wer eine neue Arbeitsstelle findet und keine Lohnsteuerkarte hat, wird weiterhin in dieser Lohnsteuerklasse bleiben.

Die Lohnsteuerklasse ändern

Allen Arbeitnehmern, die innerhalb der Bundesrepublik Deutschland eine abhängige Beschäftigung ausüben, werden die Lohnsteuer, die Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag gemäß Einkommenssteuergesetz (EStG) automatisch vom Gehalt abgezogen.

Wie hoch sind die Abzüge?

Die Höhe dieser jeweils monatlichen Abzüge richtet sich dabei nach der auf der Lohnsteuerkarte des Arbeitnehmers eingetragenen Lohnsteuerklasse, denn das bundesdeutsche Einkommenssteuergesetz (EStG) kennt insgesamt 6 Lohnsteuerklassen: I, II, III, IV mit Faktor, V und VI.

Wie wechselt man die Lohnsteuerklasse?

Wer seine Lohnsteuerklasse wechseln will, muss sich seit dem 1. Januar 2012 direkt an das zuständige Finanzamt wenden, nicht mehr an die Stadt oder Gemeinde. Dies ist in § 39 Absatz 1 und 2 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) festgelegt worden. Auch alle Änderungen von Voraussetzungen für die jeweilige Steuerklasse (beispielsweise durch Heirat, Aufnahme einer zusätzlichen Beschäftigung etc.) sind dem Finanzamt daher mitzuteilen. Das zuständige Finanzamt nimmt dann jeweils für den Arbeitnehmer den Wechsel der Lohnsteuerklasse vor.

Die erforderlichen Antragsformulare kann man sich aus dem Internet downloaden oder auf dem Finanzamt aushändigen lassen. Ein Wechsel des Arbeitnehmers in eine für ihn günstigere Lohnsteuerklasse erfolgt grundsätzlich nicht automatisch, sondern nur auf Antrag des Arbeitnehmers (§ 39 Absatz 5 bis 7 EStG). Ein solcher Wechsel darf nur einmal innerhalb des Jahres erfolgen. Ausnahmen bilden jedoch der Tod des Ehegatten oder der Eintritt von Arbeitslosigkeit.

Wann sollte ein Arbeitnehmer nun die Lohnsteuerklasse wechseln?

Sind beide Ehepartner in der Lohnsteuerklasse IV eingestuft, verdient ein Ehepartner jedoch deutlich mehr, so ist es sinnvoll, wenn der Besserverdienende in die Lohnsteuerklasse III und der schlechter verdienende Partner in die Lohnsteuerklasse V wechselt. Eine Heirat und eine Veränderung der beruflichen Situation, beispielsweise durch Beförderung, können also Anlass sein, die Lohnsteuerklasse zu wechseln.

Schwangerschaft, Hochzeit oder Scheidung – Welche Lohnsteuer?

Da sowohl das Mutterschaftsgeld, aber auch das Arbeitslosengeld I stets auf der Basis des letzten Nettoeinkommens errechnet werden, sollte man sich bei festgestellter Schwangerschaft und bereits bei drohender Arbeitslosigkeit um den Wechsel in eine günstigere Lohnsteuerklasse bemühen. Die Lohnsteuerklasse wechseln ist auch bei einer Scheidung angezeigt, jedoch führt dies meist zu einer höheren Besteuerung. Solange die Scheidung also noch nicht vollzogen ist, kann das trennungswillige Paar sich steuerlich also noch gemeinsam veranlagen lassen und damit von einer günstigeren Steuerklasse profitieren.

In eheähnlicher Gemeinschaft lebende Paare können sich leider nicht gemeinsam veranlagen lassen und somit auch nicht die Lohnsteuerklasse wechseln. Die Lohnsteuerklasse wechseln sollte der Arbeitnehmer auch im Falle einer Insolvenz oder bei einer Gehaltspfändung seines Ehepartners, um auf diese Weise gegenüber dem Finanzamt deutlich an Lohnsteuer zu sparen.

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